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Lapozzon a lap tetejére

Lap tetejére

ARC 2017 – die Ausstellung über Zivilcourage

ARC 2017 – die Ausstellung über Zivilcourage
Marianne Látki

Was bedeutet zivil? Wer ist ein Ziviler?  Künstler, Ordnungshüter, zivile Organisationen, Aktivisten, du und ich?  Besteht die Gesellschaft aus zivilen Individuen? Zivil ist jeder Bürger, das Gegenteil heißt Staat, oder? Was bedeutet Zivilcourage? 

Ähnliche Fragen könnten an dieser Stelle fast endlos formuliert werden. Den Versuch einer Antwort gibt die gerade eröffnete Ausstellung auf dem Ötvenhatosok tere (1956er Platz) auf dem Parkplatz am Budapester Stadtwäldchenrand bei der Kunsthalle: ARC 2017, die bis zum 24. September besichtig-begangen werden sollte, denn sie stellt die oben genannten Fragen und versucht sie als Plakate zu beantworten.

Vigyázat, civilek! – Achtung, Zivile!

Vigyázat, gondolatok! – Achtung, Gedanken!

Vigyázat, kérdések! – Achtung, Fragen!

Eintritt frei! Thema: das zivile Sein. Es trafen 850 Bewerbungen ein, (seit dem Vorjahr treffen auch anonyme Bewerbungen ein, was  das ’Wohlbefinden’ der ungarischen Gesellschaft 2017 kennzeichnet).

Die Jury, bestehend aus Kuratoren, Kunstgeschichtlern, Künstlern erlitten die Qual der Wahl und mussten die 85 BESTEN auswählen. Begutachtet wurden auch Plakatentwürfe zu anderen Themen, ausschlaggebend war aber das Thema.

Ausgezeichnet wurden Künstler und zivile Organisationen, so bekannte und engagierte wie Amnesty International oder Tierschützer (die mit dem Logo ’reinrassig’ zur Adoption von Promenadenkreuzungen aufrufen, oder die Designerin Györgyi Nagy-Balogh, deren Plakat ’Unsere Fahne’ die Farben der ungarischen Trikolore unterschiedlich breit versteht: Rot sehr breit, Weiß ok aber Grün ganz, ganz schmal. Warum? Weil sie kaum Hoffnung hat. Plakattitel fallen auf, wie „Der wertvolle Eimer”, wobei die Umzäunung viel wertvoller ist als der zu schützende Eimer, oder die Aussage „Ohne Genehmigung helfe ich nicht” Platz 1.

ARC, übersetzt Gesicht, versteht sich als Kunst, gewissermaßen als Werbung und auch Erziehung, die pädagogische Absicht ist unverkennbar, sie kann witzig, spöttisch, aber auch verzweifelt sein. ARC tritt gegen Unmöglichkeit und Gesichtslosigkeit an, so der Erfinder dieses nun schon 17 Jahre alten Projektes Péter Geszti.

Das Geschwisterchen von ARC, eine Kammerausstellung mit zwölf Plakaten, wurde auf den Namen MACIARC getauft (maci =Teddy), der Preis ist u.a. ein Teddy.