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„Leben ist Dienen” – Jane Haining-Ausstellung im Holocaust Gedenkzentrum

„Leben ist Dienen” – Jane Haining-Ausstellung im Holocaust Gedenkzentrum
Marianne Látki

Jane Haining (1897–1944)  „lebte und starb im Sinne des Gesetzes des Glaubens”, so der Direktor des Holocaust Gedenkzentrums in Budapest Prof. Dr. Szabolcs Szita. (Ehemalige Schule und Kirche der Schottischen Misson in Budapest; Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SkotMissioBudapest / ThalerTamas)

Vor 120 Jahren im schottischen Dunscore geboren, 1944 von der Gestapo in Budapest aus der schottischen Grundschule in der Vörösmarty utca verhaftet und im selben Jahr in Auschwitz-Birkenau ermordet, war Lehrerin und Missionarin. Zwölf Jahre lang kümmerte Jane Haining (s. Bild / Wikipedia) sich um Waisen, die Mädchen der Internatsschule in Budapest. Ihr Leben von der Arbeiterin in einer schottischen Spinnerei, über die fruchtbaren, erfüllten Jahre in Budapest kann nun auf der Galerie der Synagoge des Holocaust Gedenkzentrum in eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Photos, mit den Originalstühlen aus der einstigen Schule und Dokumenten nachempfunden werden.

Jane-Haining-Gedenktafel in ihrem Gerburtsort (Foto: Wikipedia)

Jane Haining war „eine außergewöhnliche Frau in einer außergewöhnlichen Zeit”, so der britische Botschafter Lindsay (ein Schotte) in Budapest. Sie ist die einzige Holocaust-Lebensretterin und damit Heldin Schottlands. Aufgefordert, Ungarn im März 1944, wie so viele andere Ausländer zu verlassen, blieb sie, kehrte aus Schottland nach Ungarn zurück, weil „wenn mich diese Kinder brauchen, wenn die Sonne scheint, dann brauchen sie mich erst recht in der Dunkelheit”, so das Credo der Lehrerin und Missionarin.

Anlässlich der Ausstellungsvernissage  erzählte die Schülerin Jane Hainings, die heute 81-jährige Rostás Jenőné Ágnes Berényi, die 1942 als Sechsjährige in die Internatsschule kam, wie sie die Zeit mit der Lehrerin erlebt hat. Mit dem 19. März 1944, nachdem die Nazis Ungarn besetzt hatten, hatte sich das Leben vollkommen verändert. Es wurde nicht mehr unterrichtet, es herrschte die Angst. Zwei Gestapo-Männer seien ins Büro der Lehrerin gegangen und nahmen sie dann mit. (Eine Köchin soll sie angezeigt haben.) Beim Verlassen der Schule habe sich Jane Haining  umgedreht und gerufen: „Weint nicht, zum Mittagessen bin ich wieder da.” Sie kehrte nicht zurück.

Das letzte Lebenszeichen Hainings war ein Brief von 15. Juli 1944 aus dem KZ an ihre Freundin Margit. Jane Haining gehört zu den wahren Menschen, die retten sie ein Menschenleben, die ganze Menschheit retten. In Yad Vashem gehört sie zu den Gerechten der Menschheit.