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Filmtipp: Hitler kontra Picasso

Filmtipp: Hitler kontra Picasso
Marianne Látki

In der Filmreihe „Tempel der Kunst” bringt der Filmvertrieb Pannonia Entertainment (ab 24. Mai im Kino Urania Budapest), ab 7. Juni ungarnweit „Hitler kontra Picasso” in die Kinos. Die Filmreihe spannt von der Renaissance (siehe z.B. „Boticello: Datens Inferno” vom 2. Februar 2017) bis ins 20. Jahrhundert einen breiten Bogen, der die Kunstgeschichte Europas erfasst.

Wie Pannonia-Marketingchef Attila Farkas feststellen durfte, werden diese Filme im Schnitt von 10 000 interessierten Zeitgenossen gesehen. Wissen, Kenntnisse. Geschichte werden mit Kunst verbunden.

Schwere Kost verspricht  auch „Hitler kontra Picasso”. Es geht, wie wohl schon aus dem Titel ersichtlich, um ’entartete Kunst’, um ’Raubkunst’, das Schicksal  der Künstler, die von den Nazis geächtet, um ihre Existenz gebracht wurden, um die verfolgten, beraubten, bis in den Tod getriebenen jüdischen Familien, Kunstsammler, die Hitler, Göring, deren ’Kunsteinkäufer’ wie Walter Hofer oder Hildebrandt Gurlitt für ein Ausreisevisum ihr Vermögen verscherbelten.

Die Werke von Matisse, Chagall, Monet, Renoir, Picasso und vieler anderer ’Entarteter’ verwahrt  in den Tresoren, unterirdischen  Lagerhallen oder aber  verkauft, weil die Kriegsmaschinerie der Nazis finanziellen Nachschub benötigte, verschwanden aus den Museen, Privatsammlungen. Ihren Platz nahm nach  der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst” 1937 die ’schöne, edle, wahre Kunst’ des Herrenvolkes ein, die letztendlich in Hitlers geplanter Hauptstadt seines Dritten Reiches, in Linz,  im germanisch-deutschen Museum ausgestellt werden sollte.

Durch vier Ausstellungen mit entarteter Kunst führend: Paris, Bern, Bonn und Deventer wird mit historischen Originalaufnahmen und den heute noch lebenden Zeitzeugen, Kunsthistorikern und Kuratoren der Museen die Epoche 1933/1937–45 lebendig. Bis Ende des Zweiten Weltkrieg requirierten die Nazis über 600 000 Kunstwerke in ganz Europa, wovon bislang ungefähr 100 000 sichergestellt wurden. Dem Zufall ist es zu verdanken, dass immer wieder verschollene Kunstwerke auftauchen.

Der bisher aufsehenerregendste Fall ist bestimmt jener des Cornelius Gurlitt, des alten, eher verwirrten, unscheinbaren Mannes, der 2012 bei der Kontrolle  im Zug zwischen Zürich und München wegen Steuerhinterzuges gestellt wurde, er konnte nicht belegen, woher er die vielen tausend Euro hatte. In Wohnungen des Sohnes des Nazi-Kunsthändlers Hildebrandt Gurlitt wurden 1406 (!) Gemälde, darunter Monets, Picassos, Renoirs, Toulouse-Lautrecs, Kokoschkas sichergestellt. Die Provenienzforscher hatten alle Hände voll zu tun.

In „Hitler kontra Picasso” wird das düsterste Kapitel  deutscher Geschichte lebendig. Nicht nur Geschichte- und Kunstinteressierte sollten sich diesen Dokumentarstreifen zu Gemüte führen.

Dokumentarfilm Italien, Farbe, 95 min. 2018. Regie: Caudio Poli, Narrator in Englisch Toni Sevillo (mit ungarischen Untertiteln)