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Lap tetejére

Das Fest des Buches 2018

Das Fest des Buches 2018
Marianne Látki

7.–11. Juni 2018: der Vörösmarty tér in der Pester City und viele andere Schauplätze in ganz Ungarn feiern mit Autoren, Buchhändlern und natürlich Lesern das Lesen. Es ist das Fest der ungarischen Gegenwartsliteratur, des ungarischen Buches. Das erste kam auf das unermüdliche Betreiben  des Kunsthistorikers, Archäologen, Schriftstellers, Journalisten Géza Supkas (1883-1956) 1929 zustande. (1929-2018 – in einem einziges Jahr konnte es nicht organisiert werden, allerdings nicht in einem der Kriegsjahre, sondern 1956.)

Dass das Überleben und Gedeihen des Buches gewährleistet sind, beweisen die Verlagsstände auf dem Pester Vörösmarty Platz. Die Neuerscheinungen lassen einen schwindeln: über 300 sind es, davon 59 Gedichtbände, 71 Prosabände, 25 Essaysammlungen, 22 literarisch-wissenschaftliche und 59 historische Arbeiten. Der Veranstalter, der Verband der Ungarischen Buchverlage und Buchhändler (MKKE) stellte die nachhaltige Werbung für das Lesen in den Fokus.

So ist die Kinder- und Jugendliteratur ein Schwerpunkt des Buchfestes u.a. mit eigener Bühne (zwei Bühnen sind auf dem Vörösmarty tér für die abwechslungsreiche Unterhaltung mit Büchern, Quiz-Runden  und Musik zuständig, die gerade erwähnte und die Erwachsenenbühne). Deshalb wird die Buchwoche von der beliebten Kinderbuchautorin Judit Berg am 7. Juni um 16 Uhr eröffnet. DerSlogan lautet: Ich bin Leser/in. Seitens MKKE konnte Katalin Gál erfreut feststellen, dass Verse, Lyrik wieder trendy sind. Die 186 Aussteller bieten auch finanziell ein breiten Angebot , alle Preise sind dabei von 1400 Ft bis 8300. Die Buchfestbesucher treffen ihre literarischen Lieblinge zum Gespräch, zum Signieren, alle großen und auch noch etwas unbekannten Namen sind mit von der Partie, von Krisztián Grecsó bis Zsófi Kemény, von Krisztián Nyáry bis  Pál Závada, Künstlern, die nicht nur schreiben, sondern auch musizieren, wie Vater und Sohn László und András Dés bzw. der Závada-Sohn Péter.

Sinn dieses Beitrages ist es nicht, Namen aufzuzählen, sondern auf das Programm aufmerksam zu machen, so wird auch an die Touristen gedacht, die sich durch die City tummeln, auf der Erwachsenenbühne wird auch Englisch gesprochen, u.a. um aufzuklären, dass das Happening, in das sie geraten sind, keine ungarische Würstl-Veranstaltung ist, so einer der Organisatoren. sondern die große Fiesta des ungarischen Buches, des zeitgenössischen!

Wie dem ungarischen Leser, der Leserin das lesen schmackhaft gemacht wird? Z.B. mit der Fahrt mit der Buch-Straßenbahn am Samstag Nachmittag vom Deák tér aus, die Samstag von der Lyrikerin und All-round-Künstlerin Orsolya Karafiáth und dem Proza- und Dramenautor János Térey, am Sonntag von den Romanciers Gábor Zoltán und Gergely Péterfy unterhalten werden. Im Urania Kino findet eine besondere Buchpräsentation mit Konzertfilm statt: Auch die Toten  singen wieder….die chassidisch-jüdische Musiksammlung Miksa Eisikovits’ aus Máramaros (dem heutigen Maramures in Rumänien).

Um gewissermaßen beim Thema zu bleiben. Der Ungarisch-Jüdischen Kulturverein und MKKE laden die Freunde der Literatur zum Lesen aus ’unerwünschten’ Werken verfolgter, ermordeter jüdischer Schriftsteller wie Milán Füst, Ernő Szép, Ferenc Molnár, Sándor Bródy, Felix Salten, Egon Ervin Kisch u.a. ein. Am 16. Juni 1944 hatte der Staatsekretär im Innenministerium Mihály Kolosváry-Borcsa die ’festliche’ Vernichtung unerwünschter literarischer Werke veranlasst, von 120 ungarischen Juden und 130 ausländischen Schriftstellern: 447 627 Bücher wurden verbrannt!

Doch nun noch kurz zum Konstruktiven der dieswöchigen Festwoche des Buches. „Dislexie-Kind kommt zu uns!” so der Aufruf Auch wer Schwierigkeiten mit den Buchstaben hat, soll zur Freude am Lesen geleitet werden. Die Versicherungsanstalt Aegon Magyarország sponsert dieses Unterfangen. Am Vörösmarty tér wird jeder auf den gerade erwähnten Aufruf mit einer entsprechenden Installation aufmerksam gemacht. Unter den weltbekannten Künstlern und Wissenschaftlern gibt es mehrere die trotz der Lese-Schreibschwierigkeit Großes geleistet haben. Am Runden Tisch auf der Erwachsenenbühne wird das Thema auseinandergenommen, u.a. mit dem Erfolgsschriftsteller György Dragomán.