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Móric Benyovszky, der größte ungarische Weltreisende des 18. Jahrhunderts

Móric Benyovszky, der größte ungarische Weltreisende des 18. Jahrhunderts Móric Benyovszky, der größte ungarische Weltreisende des 18. Jahrhunderts Móric Benyovszky, der größte ungarische Weltreisende des 18. Jahrhunderts
Marianne Látki

Móric Benyovszky (1741–1786) geboren im historischen Nordungarn, der heutigen Slowakei,  gelangte in den nur 45 Jahren seines abenteuerlichen Lebens von Wien bis dreimal nach Madagaskar, von Hamburg bis nach Sibirien, auf die Bering Inseln, Kurillen, nach Japan, Formosa, aber auch England und Amerika. Er kämpfte an der Seite Polens gegen den russischen Zaren, organisierte den Aufstand der mitgefangenen Offiziere und segelte mit der Peter und Paul weiter nach Osten.

Am 22. April 1773 brach er im Auftrag des französischen Königs mit drei Schiffen nach Madagaskar auf, wo er sich nach der Landung am 21. September als Wohltäter und Aufklärer der dortigen Einwohner betätigte. Er verteilte Lebensmittel, kümmerte sich um Verletzte, ließ Kriegsgefangene nicht mehr hinrichten und behinderte Kinder nicht mehr ertränken. Dass ihm von den Stammesfürsten die Leitung Madagaskars angeboten wurde, könnte stimmen, dass er so zum König der Madagassen gekrönt wurde, ist Legende.

Damit sein Andenken lebendig bleibe, wurde 2002 die Ungarisch-Madagassische Gesellschaft gegründet, die nun in Vorbereitung des Jubiläumsjahres 2021 gemeinsam mit dem Nationalen Gedenkausschuss, der Benyovszky-Gesellschaft, dem Ungarischen Geografie-Museum zur Premiere in geschlossenem Fachkreis des Dokumentarstreifens „Ein ungarisches Grab im Regenwald” in den Prunksaal der Ungarischen Akademie der Wissenschaften eingeladen hat.  Regie führte Zsolt Cseke, ein Getriebener, der sich seit 30 Jahren mit Móric Benyovszky befasst, der auf den Spuren des Reisenden dessen letzte Ruhestätte im Regenwald der Insel sucht. Gefunden hat er sie nicht;  Cseke, der anlässlich jeder Reise bei den zuständigen Bürgermeistern vorgesprochen, in Schulen über Benyovszky erzählt, die zerstörten Gedenkplatten und Denkmäler (die angeblich letzte Ruhestätte unter der  die Schätze des reichen Fremden vergraben sein sollten) renoviert hat. Im Vorjahr war er bislang das letzte Mal in Madagaskar. Der 93 Minuten lange Dokumentarfilm  ist die Reise durch das 10 000 km von Ungarn entferntes Land. Der Film soll 2019 dreigeteilt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt werden.

Wer war dieser Móric Benyovszky? Nur ein Abenteurer, ein ungarischer Münchhausen? Die Historiker sind sich noch immer nicht einig, ob er dem französischen (seine Tagebücher schrieb er in Französich) oder englischen Kulturkreis einzuordnen ist. An seine Familie im historischen Nordungarn schrieb er in Ungarisch. Und die slowakischen Benyovszky-Forscher und -Fans haben ihn für sich entdeckt, und an vielen Orten in Madagaskar, wo sich Benyovszky erwiesenermaßen aufgehalten hat, ihre Gedenkplaketten angebracht. Benyovszkys Geburtshaus in Verbó haben sie zum Museum erklärt, in den letzten zehn Jahren sechs Dokumentarfilme über den Weltreisenden gedreht, in Madagaskar mit Metalldetektoren nach dem Grab gesucht, um, wenn erfolgreich, die sterblichen Überreste in die Slowakei zu überstellen und aus dem Kämpfer an polnischer Seite und späteren Gefangenen in Kamtschatka, von dort Geflüchteten, auf vier Kontinenten präsent Gewesenen einen slowakischen Weltreisenden zu machen.

Zsolt Cseke, der Geograf und Regisseur konfrontiert, sich  auf historische Daten berufend die beiden Standpunkte, um ein nuanciertes Bild von Benyovszky zu erhalten. Dieser bereiste noch vor James Cook die nördliche Region des Stillen Ozeans, er gehörte zu den Ersten, die über Madagaskar, aber auch die Geografie und Völker der anderen bereisten Regionen geschrieben hat. Im Namen Louis XV. ließ er in Madagaskar zwei  Festungen errichten und gründete zu Ehren des Königs Louisbourg.  Anlässlich seiner dritten Reise dorthin kam er in einem Gefecht mit französischen Soldaten ums Leben. Seine letzte Ruhestätte ist bis heute unbekannt.

Wer war Móric Benyovszky? Ein Weltbürger, der seiner Zeit weit voraus war, der alles, was er auf vier Kontinenten erlebt hat, in sein Tagebuch geschrieben hat und somit zu den größten Reisenden des 18. Jahrhundert gezählt werden muss.